Evolution

ab Do 25. August 2022

Spielzeiten

Do.25. Aug.18:00 Uhr (Tickets)
Fr.26. Aug.18:00 Uhr (Tickets)
Sa.27. Aug.18:00 Uhr (Tickets)
So.28. Aug.18:00 Uhr (Tickets)
Mo.29. Aug.18:00 Uhr (Tickets)
Di.30. Aug.18:00 Uhr (Tickets)
Mi.31. Aug.18:00 Uhr (Tickets)

Über drei Generationen folgt Evolution dem Schicksal einer jüdischen Familie von 1945 bis heute. Der Film ist in drei Teile unterteilt und doch eng miteinander verwoben: In einer verlassenen Gaskammer wird ein kleines Mädchen gefunden, das auf wundersame Weise überlebt hat. Jahrzehnte später in Budapest wird Éva, schon etwas dement, von ihrer Tochter Léna nach Geburtsurkunden und Ausweispapieren gefragt – doch alle offiziellen Dokumente, die sie besitzt, sind gefälscht, um ihre jüdische Herkunft zu verbergen. Und dann ist da noch Évas Enkel Jonás. Er ist gerade mit seiner Mutter nach Berlin gezogen und weiß gar nicht mehr, wer oder was er ist – nur das weiß er: dass er sich als Jude in der Schule ausgeschlossen fühlte. Éva, Léna, Jonas: Großmutter, Mutter und Sohn, gleichzeitig Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

Regisseur Kornél Mundruczó und Kata Wéber, die das erschütternd-ergreifende, aber auch bissig-ironische und stellenweise höchst persönliche Drehbuch verfasste, gehen in Evolution der Frage auf den Grund, was es bedeutet, jüdisch zu sein. In eindrucksvollen Bildern beschreiben sie in drei Episoden den Schmerz und die Stigmatisierung, die von Generation zu Generation vor allem unbewusst weitergegeben werden.

Gemeinsam mit Kameramann Yorick Le Saux (Little Women, Personal Shopper, Only Lovers Left Alive) findet Kornél Mundruczo für jede Episode eine ganz eigene Bildsprache: In nur einer einzigen Einstellung folgt die Kamera im ersten Teil den Säuberungsarbeiten in einer Gaskammer, 1945 – am Ende des Zweiten Weltkrieges. Und erzeugt, ohne viel zu zeigen, eine beklemmende, geradezu surreal alptraumhafte Atmosphäre, die den Horror in uns selbst weckt. Der zweite Teil – aufgenommen in nur einem einzigen Take mit schwebender Kamera – wird dominiert durch dichte Dialogszenen zwischen Mutter und Tochter, in denen die jeweils tiefen seelischen Verletzungen und Folgen des Unaussprechlichen deutlich zu Tage treten. So wie Jonás im dritten Teil versucht, sich und seine Position im Leben zu finden, so folgt ihm die bewegte Kamera in seine Lebensbereiche, sie fährt mit im Bus, rollt über die Bürgersteige, verharrt im Zimmer, hält drauf und weicht zurück.

Bereits bei der Ruhrtriennale 2019 wurde Evolution als Musiktheaterstück inszeniert. Aufgeführt wurde das Stück von Ensemblemitgliedern des Proton Theater, Mundruczós unabhängiger Theaterkompanie.

Land: H | D
Entstehungsjahr: 2021
Regie: Kornél Mundruczó
Buch: Kata Wéber
Darsteller: Lili Monori, Annamária Lang, Goya Rego, Padmé Hamdemir, Jule Böwe u.v.a.
Filmlänge: 97 Min.
FSK: 12
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